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Sturzprophylaxe zu Hause
Ratgeber für pflegende Angehörige
Validation bei Demenz
Sturzprophylaxe zu Hause
Ratgeber für pflegende Angehörige
Validation bei DemenzViele Angehörige erleben im Alltag mit Demenz immer wieder ähnliche Situationen:
Wiederholte Fragen.
Vorwürfe, die nicht nachvollziehbar sind.
Ängste, die scheinbar aus dem Nichts entstehen.
Erinnerungen, die nicht mehr zur Realität passen.
Der erste Impuls ist oft, zu erklären, zu korrigieren oder „richtigzustellen“.
Doch genau das führt häufig zu Unruhe, Ablehnung oder sogar Konflikten.
Die Validation bietet einen anderen Weg.
Einen Weg, der nicht gegen die Demenz arbeitet – sondern mit dem Menschen.
Validation bedeutet, die Gefühlswelt eines Menschen mit Demenz ernst zu nehmen, auch wenn seine Wahrnehmung nicht der Realität entspricht.
Es geht nicht darum, Inhalte zu korrigieren.
Sondern darum, Gefühle zu verstehen.
Wenn ein Mensch sagt:
„Ich muss nach Hause zu meiner Mutter“
dann geht es selten um die tatsächliche Mutter.
Es geht um ein Gefühl:
Sicherheit.
Geborgenheit.
Zugehörigkeit.
Validation erkennt genau das.
Demenz verändert die Fähigkeit, logisch zu denken, sich zu orientieren und Zusammenhänge zu verstehen.
Wenn wir sagen:
„Deine Mutter lebt doch schon lange nicht mehr“
dann entsteht kein Verständnis.
Es entsteht Schmerz.
Denn für den Betroffenen fühlt sich die Situation in diesem Moment real an.
Ein korrigierender Satz kann deshalb wirken wie:
„Du liegst falsch“
oder sogar
„Du bist nicht richtig“
Und genau das verunsichert zusätzlich.
Menschen mit Demenz verlieren nach und nach kognitive Fähigkeiten.
Was lange erhalten bleibt, ist die emotionale Wahrnehmung.
Sie spüren:
Stimmung
Tonfall
Haltung
Sicherheit oder Unsicherheit
Das bedeutet:
Nicht die Worte sind entscheidend – sondern das Gefühl dahinter.
Validation setzt genau hier an.
Validation ist keine Theorie.
Sie zeigt sich in kleinen Momenten des Alltags.
Wenn ein Mensch unruhig wird und sagt:
„Ich muss weg, ich werde erwartet“
könnte eine validierende Antwort sein:
„Es wirkt, als wäre Ihnen das sehr wichtig. Wohin möchten Sie denn gehen?“
Oder:
„Sie möchten etwas erledigen, das Ihnen am Herzen liegt.“
Allein dadurch entsteht etwas Entscheidendes:
Der Mensch fühlt sich gesehen und verstanden.
Oft beruhigt sich die Situation bereits spürbar.
Wenn ein Angehöriger immer wieder dieselbe Frage stellt:
Dann geht es oft nicht um die Information, sondern um Sicherheit.
Statt genervt zu reagieren, kann helfen:
„Das beschäftigt Sie gerade sehr, oder?“
Wenn Vorwürfe kommen:
„Du hast mir das weggenommen“
Dann steht dahinter häufig Angst oder Unsicherheit.
Eine mögliche Antwort:
„Das macht Ihnen gerade Sorgen. Wir schauen gemeinsam danach.“
Wenn jemand traurig ist und von früher spricht:
Dann geht es nicht darum, ob die Erinnerung „stimmt“.
Sondern darum, dass sie emotional wichtig ist.
Ein häufiger Gedanke von Angehörigen ist:
„Ich kann doch nicht einfach zustimmen, wenn es nicht stimmt.“
Doch Validation bedeutet nicht, eine falsche Realität zu bestätigen.
Es bedeutet, die emotionale Wahrheit hinter den Worten zu erkennen.
Das ist ein großer Unterschied.
Wenn Menschen mit Demenz sich verstanden fühlen, verändert sich oft mehr, als man erwartet.
Unruhe wird weniger.
Aggressionen nehmen ab.
Gespräche werden ruhiger.
Nähe entsteht wieder.
Und auch für Angehörige verändert sich etwas:
Der Druck, ständig „richtig reagieren“ zu müssen, lässt nach.
Die Beziehung wird wieder weicher.
Validation beginnt nicht beim Erkrankten.
Sie beginnt beim Angehörigen.
Sie bedeutet:
Nicht mehr korrigieren wollen.
Nicht mehr überzeugen müssen.
Nicht mehr gegen die Situation kämpfen.
Sondern:
Verstehen.
Begleiten.
Annehmen.
Das ist nicht immer leicht.
Aber es verändert den Alltag spürbar.
Demenz verändert vieles.
Aber sie nimmt einem Menschen nicht seine Würde.
Validation hilft dabei, genau diese Würde zu bewahren.
Denn am Ende geht es nicht darum,
wer recht hat.
Sondern darum,
dass sich ein Mensch sicher und verstanden fühlt.
Ihre Elke Hanak
Elkine-Seniorenbetreuung