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  • 1 Deutsche 24 Stunden Pflege und Betreuung
    Deutsche und deutschsprachige Kräfte – seit 25 Jahren
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    Vertraute Betreuung durch gleichbleibende Bezugspersonen
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24 Stunden Pflege - deutsche & deutschsprachige Kräfte.

Deutsche 24 Stunden Betreuung bundesweit – 25 Jahre Erfahrung – zwei gleichbleibende Kräfte

Wenn die Kraft nicht mehr reicht – Burnout bei pflegenden Angehörigen

Warum Erschöpfung in der Pflege nichts ist, wofür man sich schämen muss

Kaum jemand entscheidet eines Morgens bewusst: Ab heute werde ich pflegender Angehöriger und richte mein Leben darauf ein. Meist beginnt Pflege viel unspektakulärer. Die Mutter braucht Unterstützung bei einem Arzttermin, beim Vater muss nach den Medikamenten gesehen werden, nach einem Krankenhausaufenthalt bleibt man ein paar Tage länger, weil er noch unsicher auf den Beinen ist. Man kauft mit ein, übernimmt einen Behördengang, kocht etwas vor oder ruft am Abend noch einmal an. Alles wirkt zunächst überschaubar, und vieles davon tut man selbstverständlich, weil es um einen Menschen geht, der einem nahesteht.

Gerade darin liegt jedoch eine Besonderheit häuslicher Pflege: Sie schleicht sich häufig in ein Leben hinein, lange bevor jemand erkennt, wie sehr sie dieses Leben bereits verändert hat. Aus einzelnen Hilfen werden feste Aufgaben, aus gelegentlicher Unterstützung wird Verlässlichkeit, und irgendwann ist man nicht mehr der Mensch, der „ein bisschen mithilft“, sondern derjenige, an dem sehr vieles hängt. Man weiß, wann der nächste Arzttermin stattfindet, welche Tabletten noch bestellt werden müssen, ob genügend Lebensmittel im Haus sind, ob Mutter heute schlechter gelaufen ist als gestern und warum Vater am Telefon so merkwürdig still klang. Selbst wenn man gerade gar nichts tut, ist ein Teil der Aufmerksamkeit ständig dort.

Diese Form von Verantwortung wird von außen leicht unterschätzt, weil sie sich nicht in Arbeitsstunden messen lässt. Ein pflegender Angehöriger kann zu Hause auf dem Sofa sitzen und dennoch innerlich keinen Augenblick frei haben. Der Kopf prüft weiter, erinnert, plant, vergleicht und sorgt sich. Wer über lange Zeit in dieser Bereitschaft lebt, merkt häufig erst spät, dass Erholung kaum noch stattfindet, weil zwar der Körper manchmal stillsteht, die Verantwortung aber nicht.

Burnout in der Pflege beginnt deshalb selten spektakulär. Viel häufiger verändert sich ein Mensch langsam. Die Geduld wird kürzer, obwohl man sich vorgenommen hatte, geduldig zu bleiben. Entscheidungen, die früher nebenbei getroffen wurden, werden anstrengend. Ein Telefonklingeln, das früher nichts Besonderes war, löst plötzlich Unruhe aus, weil sofort der Gedanke kommt, es könnte wieder etwas passiert sein. Schlaf wird leichter, weil man auf Geräusche hört oder das Telefon neben dem Bett liegt. Treffen mit Freunden werden seltener, zunächst aus organisatorischen Gründen und später manchmal deshalb, weil schlicht die Kraft fehlt, noch freundlich zu erzählen, wie es einem eigentlich geht.

Das Schwierige daran ist, dass pflegende Angehörige sehr lange weiter funktionieren können. Gerade verantwortungsbewusste Menschen sind darin oft erstaunlich gut. Sie organisieren noch einen Termin, stehen noch eine Nacht auf, verschieben den eigenen Arztbesuch und sagen auf die Frage, wie es ihnen geht: „Es geht schon.“ Dieser Satz kann über Monate oder Jahre funktionieren, bis irgendwann auffällt, dass „es geht schon“ längst etwas anderes bedeutet als „mir geht es gut“.

Wenn sich eine Beziehung unmerklich verändert

Pflege belastet nicht nur körperlich. Sie verändert die Beziehung zwischen zwei Menschen, und gerade diese Veränderung kann seelisch sehr viel schwerer wiegen als die praktische Arbeit.

Eine Tochter bleibt natürlich die Tochter ihrer Mutter. Trotzdem kann sich ihr Platz in dieser Beziehung verschieben. Sie erinnert an Medikamente, kontrolliert, ob genügend getrunken wurde, bespricht Arzttermine, achtet auf Veränderungen und entscheidet vielleicht irgendwann mit darüber, ob die Mutter noch allein bleiben kann. Ein Sohn, der früher mit seinem Vater über Politik, Fußball, Reisen oder die Familie gesprochen hat, erwischt sich plötzlich dabei, dass fast jedes Gespräch mit der Frage beginnt, ob gegessen wurde und ob alles in Ordnung ist. In einer Ehe kann aus jahrzehntelanger Partnerschaft allmählich ein Verhältnis entstehen, in dem einer immer stärker hilft und der andere immer stärker auf Hilfe angewiesen ist.

Das kann tiefe Traurigkeit auslösen, über die viele kaum sprechen. Denn der geliebte Mensch ist ja noch da. Gerade deshalb erscheint die eigene Trauer manchmal unangemessen. Und doch kann man jemanden vermissen, obwohl er vor einem sitzt. Man kann die Mutter vermissen, mit der man früher telefoniert hat, weil man etwas erzählen wollte, und nicht, weil wieder etwas organisiert werden musste. Man kann den Ehemann vermissen, mit dem man Entscheidungen geteilt hat, obwohl man ihm jeden Tag das Frühstück bringt. Besonders bei einer fortschreitenden Demenz erleben Angehörige dieses schmerzhafte Nebeneinander von Anwesenheit und Verlust häufig über einen langen Zeitraum.

Aus dieser Trauer entstehen Gefühle, die viele erschrecken, weil sie nicht zu dem Bild passen, das sie von sich selbst haben möchten. Liebe kann gleichzeitig mit Wut vorhanden sein. Mitgefühl kann neben Überforderung stehen. Man kann einem Menschen von Herzen wünschen, dass es ihm gutgeht, und sich trotzdem danach sehnen, einen einzigen Tag lang für niemanden verantwortlich zu sein. Wer solche Gedanken hat, hält sich manchmal für lieblos, obwohl in Wahrheit gerade die lange Dauer der Fürsorge dazu geführt hat, dass kaum noch innere Reserven vorhanden sind.

In 25 Jahren Seniorenbetreuung habe ich immer wieder erlebt, wie schwer Angehörigen dieser innere Widerspruch fällt. Viele können körperliche Erschöpfung noch akzeptieren. Sehr viel schwerer fällt ihnen der Satz: „Ich bin genervt von meiner Mutter“, „Ich halte das Verhalten meines Vaters manchmal nicht mehr aus“ oder „Ich möchte einfach einmal weg.“ Sie fürchten, dass schon der Gedanke etwas über ihre Liebe aussagt. Dabei sagt er häufig viel mehr darüber aus, wie lange ein Mensch bereits getragen hat, ohne selbst getragen zu werden.

Schuld kann stärker binden als jede Verpflichtung

Pflege findet selten nur im Hier und Jetzt statt. In ihr steckt fast immer auch eine gemeinsame Geschichte. Vielleicht war die Mutter früher immer für die Kinder da. Vielleicht hat der Vater die Familie jahrzehntelang versorgt. Vielleicht hat man dem Ehepartner einmal versprochen, ihn niemals allein zu lassen. Solche Erinnerungen besitzen eine enorme Kraft. Sie können Liebe tragen, sie können aber auch Schuld erzeugen.

Viele Angehörige rechnen innerlich auf eine Weise, die ihnen selbst gar nicht bewusst ist: „Sie hat so viel für mich getan, jetzt bin ich dran.“ Dieser Gedanke ist menschlich und oft sehr liebevoll. Problematisch wird er dort, wo aus Dankbarkeit eine unbegrenzte Verpflichtung entsteht. Denn die Hilfe einer Mutter für ihr Kind und die Pflege einer hochbetagten, vielleicht dementen Mutter sind nicht miteinander verrechenbar. Die Lebenssituationen sind völlig verschieden, ebenso die Dauer, die körperliche Belastung und die seelische Verantwortung.

Trotzdem hören viele innerlich eine Stimme, die jede Grenze sofort infrage stellt. Wenn sie einen Nachmittag für sich brauchen, kommt das schlechte Gewissen. Wenn sie über Unterstützung nachdenken, fühlt es sich nach Abschieben an. Wenn sie gereizt reagieren, schämen sie sich noch Stunden später dafür. Und wenn andere Menschen sagen: „Du musst auch an dich denken“, klingt das zwar vernünftig, erreicht innerlich aber oft gar nichts, weil der Angehörige längst glaubt, dass genau dieses „an sich denken“ egoistisch wäre.

So kann Schuld zu einem unsichtbaren Gefängnis werden. Nicht weil irgendjemand ausdrücklich verlangt, dass man sich vollständig aufgibt, sondern weil man es von sich selbst verlangt.

Gerade deshalb hilft es wenig, erschöpften Angehörigen einfach zu sagen, sie müssten sich mehr Auszeiten nehmen. Wer sich innerlich nicht erlaubt, Verantwortung abzugeben, sitzt auch während einer Auszeit gedanklich weiterhin am Bett seiner Mutter. Er kontrolliert das Handy, überlegt, ob die Vertretung alles richtig macht, und fährt vielleicht sogar früher zurück. Entlastung beginnt deshalb nicht erst mit freier Zeit. Sie beginnt mit dem Vertrauen, dass ein anderer Mensch für eine gewisse Zeit tatsächlich mittragen darf.

Warum besonders starke Menschen ihre Grenze so leicht übersehen

Es klingt zunächst widersprüchlich, aber oft sind es gerade belastbare, verantwortungsbewusste und gut organisierte Menschen, die ihre eigene Überforderung besonders lange nicht wahrhaben wollen. Sie sind es gewohnt, Schwierigkeiten zu lösen. Sie analysieren ein Problem, strukturieren es und suchen nach einer vernünftigen Lösung. Im Beruf funktioniert diese Strategie häufig hervorragend.

Pflege lässt sich jedoch nicht auf dieselbe Weise beherrschen. Eine Demenz wird nicht planbarer, weil man einen besseren Kalender führt. Körperliche Einschränkungen verschwinden nicht durch Disziplin. Eine schlechte Nacht kann nicht auf einen günstigeren Termin verschoben werden. Und irgendwann kommt bei vielen Erkrankungen der Punkt, an dem sich die Situation trotz größter Anstrengung nicht verbessert, sondern weiter verändert.

Menschen, die sich ihr Leben lang auf ihre Fähigkeit verlassen konnten, Herausforderungen mit Leistung zu bewältigen, reagieren darauf häufig mit noch mehr Leistung. Sie organisieren genauer, kontrollieren häufiger, übernehmen zusätzliche Aufgaben und versuchen, jede Eventualität im Voraus abzufangen. Das vermittelt für kurze Zeit Sicherheit, kostet aber enorme Kraft.

Hinter diesem Verhalten liegt manchmal auch Angst. Denn Verantwortung abzugeben bedeutet, anzuerkennen, dass man die Situation nicht vollständig kontrollieren kann. Für jemanden, der es gewohnt ist, die Dinge im Griff zu haben, kann genau das sehr schwer sein.

Eine Tochter kann rational vollkommen verstehen, dass eine Betreuungskraft zuverlässig arbeitet, und trotzdem zehnmal am Tag überlegen, ob sie nicht doch besser selbst nachsehen sollte. Ein Ehemann kann wissen, dass seine Frau für einige Stunden gut versorgt ist, und dennoch das Gefühl haben, er müsse jederzeit zurückkehren können. Das ist keine Unvernunft. Es zeigt, wie tief die Rolle des Verantwortlichen inzwischen geworden ist.

Wenn das eigene Leben immer kleiner wird

Pflege verlangt Kompromisse. Daran führt selten ein Weg vorbei. Problematisch wird es, wenn aus zeitweiligen Einschränkungen allmählich ein dauerhaftes Verschwinden des eigenen Lebens wird.

Vielleicht wird eine Reise zunächst verschoben. Im nächsten Jahr erscheint sie gar nicht mehr realistisch. Freunde fragen irgendwann seltener, ob man mitkommen möchte, weil die Antwort ohnehin meistens Nein lautet. Ein Hobby, das früher selbstverständlich war, findet kaum noch statt. Der eigene Partner wartet immer häufiger, weil die Bedürfnisse der pflegebedürftigen Mutter Vorrang haben. Der Körper meldet sich, aber der Arzttermin wird erneut verschoben, weil ausgerechnet an diesem Tag etwas anderes organisiert werden muss.

Keiner dieser Schritte wirkt für sich genommen dramatisch. Gerade deshalb fällt so lange nicht auf, was in ihrer Summe geschieht.

Ein Mensch kann über Jahre hinweg immer mehr von sich selbst aus seinem Leben entfernen und sich trotzdem einreden, es sei nur vorübergehend.

Pflege ist jedoch häufig nicht vorübergehend.

Sie kann viele Jahre dauern.

Deshalb ist die Frage nach dem eigenen Leben kein Luxus und keine egoistische Zusatzfrage, die erst gestellt werden darf, wenn für den pflegebedürftigen Menschen alles perfekt geregelt ist. Es ist eine grundlegende Frage: Wie kann diese Situation so gestaltet werden, dass nicht am Ende ein Mensch betreut wird und ein zweiter daran zerbricht?

Erschöpfung verändert Gefühle – und genau das macht vielen Angst

Ein besonders schwieriger Moment entsteht, wenn der Angehörige merkt, dass sich seine Gefühle verändern. Vielleicht entsteht Gleichgültigkeit. Vielleicht hört man die Mutter rufen und der erste Impuls ist Widerstand. Vielleicht sitzt der Vater am Tisch und erzählt zum wiederholten Mal dieselbe Geschichte, und plötzlich empfindet man nicht Mitgefühl, sondern nur noch Gereiztheit.

Danach beginnt häufig eine zweite Belastung: die Verurteilung der eigenen Reaktion.

Viele erschöpfte Angehörige kämpfen deshalb auf zwei Ebenen gleichzeitig. Sie müssen die eigentliche Pflegesituation bewältigen und zusätzlich die Scham darüber, dass sie nicht mehr so geduldig, liebevoll oder belastbar reagieren, wie sie es von sich selbst erwarten.

Dabei kann emotionale Abstumpfung ein Schutzmechanismus eines überforderten Menschen sein. Wer über sehr lange Zeit aufmerksam, besorgt und verantwortlich sein musste, kann irgendwann nicht mehr dieselbe emotionale Intensität aufrechterhalten. Die Psyche versucht, Distanz zu schaffen, weil die permanente Nähe zu viel geworden ist.

Das bedeutet nicht automatisch, dass Burnout vorliegt; Erschöpfung, Schlafprobleme, depressive Verstimmungen, körperliche Beschwerden oder Konzentrationsprobleme können unterschiedliche Ursachen haben und sollten ärztlich abgeklärt werden. Aber solche Veränderungen sollte man nicht mit dem Satz abtun: „Ich muss mich eben zusammenreißen.“

Gerade dieser Satz hat viele Menschen überhaupt erst so weit gebracht.

Entlastung bedeutet nicht, jemanden zu verlassen

Das Wort „Entlastung“ klingt für Außenstehende positiv. Für einen pflegenden Angehörigen kann es sich ganz anders anhören. Es kann nach Rückzug klingen, nach Abschieben oder danach, eine Aufgabe nicht erfüllt zu haben.

Deshalb ist es wichtig, Entlastung anders zu verstehen.

Ein Angehöriger, der Verantwortung teilt, liebt nicht weniger. Er erkennt lediglich an, dass gute Pflege nicht davon abhängig sein darf, ob ein einzelner Mensch unbegrenzt Kraft besitzt.

Manchmal reicht zunächst eine Verhinderungspflege für einige Tage oder Wochen. Manchmal müssen einzelne Aufgaben dauerhaft abgegeben werden. Und manchmal kommt der Moment, an dem eine 24 Stunden Betreuung zu Hause notwendig wird, weil die Verantwortung nicht mehr in einzelne kleine Hilfen zerlegt werden kann.

Gerade für Angehörige, die jahrelang alles selbst gemacht haben, ist dieser Übergang schwer. Niemand kennt die Mutter so gut wie sie. Niemand weiß genau, wie der Vater morgens angesprochen werden möchte, welche Tasse er benutzt, wann er unruhig wird oder was ihn beruhigt. Dieses Wissen ist wertvoll. Es soll auch nicht verloren gehen.

Aber Wissen muss nicht bedeuten, dass man alles selbst tun muss.

Eine gute Betreuung übernimmt nicht einfach einen Menschen. Sie übernimmt Aufgaben und Verantwortung, damit der Angehörige wieder einen anderen Platz in der Beziehung finden kann.

Vielleicht darf die Tochter wiederkommen, um ihre Mutter zu besuchen, und nicht, um zuerst den Kühlschrank zu kontrollieren.

Vielleicht kann ein Sohn wieder zwei Stunden mit seinem Vater verbringen, ohne während des gesamten Gesprächs darüber nachzudenken, was anschließend noch erledigt werden muss.

Vielleicht kann ein Ehepartner wieder neben dem anderen sitzen, ohne gleichzeitig ständig in Bereitschaft zu sein.

Das mag von außen nach wenig klingen.

Für manche Familien verändert es sehr viel.

Man muss nicht bis zum Zusammenbruch warten

Ich glaube, einer der größten Fehler besteht darin, Hilfe erst dann für gerechtfertigt zu halten, wenn überhaupt nichts mehr geht.

So weit muss es nicht kommen.

Ein Mensch darf seine Grenze erkennen, bevor er sie vollständig überschritten hat. Er darf sagen, dass die Nächte zu viel werden. Er darf zugeben, dass er die Geduld verliert. Er darf feststellen, dass das eigene Leben inzwischen fast vollständig aus Verantwortung besteht. Und er darf auch den Gedanken zulassen, dass eine Pflegesituation, die vor einem Jahr noch gut tragbar war, heute vielleicht anders organisiert werden muss.

Das ist kein Scheitern.

Pflege verändert sich. Krankheiten verändern sich. Menschen verändern sich. Deshalb dürfen auch Lösungen verändert werden.

Manchmal liegt gerade darin große Verantwortung: nicht starr an einer einmal getroffenen Entscheidung festzuhalten, sondern zu erkennen, wann sie niemandem mehr guttut.

Wer einen anderen Menschen pflegt, darf sich deshalb irgendwann eine sehr einfache und gleichzeitig schwierige Frage stellen: Wenn sich in den nächsten sechs oder zwölf Monaten nichts verbessert, sondern die Situation möglicherweise anspruchsvoller wird – kann ich dieses Leben dann noch auf diese Weise führen?

Die Antwort sollte nicht davon abhängen, was man glaubt, aushalten zu müssen.

Sie sollte ehrlich sein.

Denn niemandem ist geholfen, wenn aus einer pflegebedürftigen Person irgendwann zwei werden, weil derjenige, der getragen hat, selbst zusammenbricht.

Nach 25 Jahren in der Seniorenbetreuung weiß ich, wie viel Angehörige leisten können und wie lange manche ihre eigene Erschöpfung verbergen. Ich weiß aber auch, dass der Satz „Ich schaffe es nicht mehr allein“ häufig nicht das Ende guter Pflege ist.

Sehr oft ist er der Anfang einer besseren Lösung.

Einer Lösung, in der ein älterer Mensch weiterhin liebevoll und verlässlich begleitet wird und der Angehörige langsam wieder etwas zurückbekommt, das während der vielen Monate oder Jahre fast verschwunden war: nicht nur Zeit, sondern ein Stück seines eigenen Lebens und seiner ursprünglichen Beziehung zu dem Menschen, den er liebt.

Ihre Elke Hanak

Elkine-Seniorenbetreuung – persönliche 24 Stunden Betreuung und Pflege im eigenen Zuhause

Hinweis: Anhaltende Erschöpfung, Schlafstörungen, Ängste, depressive Verstimmungen oder andere körperliche und seelische Beschwerden sollten ärztlich abgeklärt werden. Dieser Beitrag dient der Information und ersetzt keine ärztliche oder medizinische Beratung.